Unser Selbstverständnis

Das Comenius-Institut, Evangelische Arbeitsstätte für Erziehungswissenschaft, arbeitet an den Schnittstellen von erziehungswissenschaftlicher Forschung und Praxis. Im Projekt LiAnE übernimmt das CI Verantwortung für die konzeptionelle Entwicklung und Umsetzung von Angeboten zu Grundbildung und Alphabetisierung im Kontext evangelischen Bildungshandelns mit Erwachsenen. Im modellhaften Erproben und der Anpassung von Konzepten trägt das Projekt dazu bei, Bildungsangebote mit Menschen mit geringer Literalität als wesentliche Aufgabe Evangelischer Bildungsverantwortung zu verankern.

Aus einer evangelischen Grundhaltung heraus, auf einem ganzheitlichen Menschenbild basierend, stellt unser Verständnis von Grundbildung den Menschen mit all seinen Bedürfnissen und Ressourcen in die Mitte. Mit Grundbildung wird so – im christlichen Sinne – ein Dienst am Nächsten geleistet. Ausgehend von der Individualität des Einzelnen und damit verbunden seiner Lebenswelt, schaffen wir individuelle Anknüpfungspunkte für Bildungsprozesse. Wir bestärken Menschen darin, von ihren Stärken ausgehend ihr Potential zu entfalten, selbstbestimmt ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln und aktiver am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Grundbildung und Alphabetisierung ist so ein Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit. Um diese konkret zu stärken, um adäquate Bildungsangebote für mehr Menschen entwickeln zu können, ist es unser Anspruch:

  • Wir kennen die Lebenswelt der Menschen. Dazu ist es nötig, die Menschen kennenzulernen, mit ihnen über ihren Alltag, ihre Bedürfnisse und Herausforderungen zu sprechen.
  • Wir gestalten Bildungsprozesse mit Lernenden gemeinsam. Dazu ist es erforderlich, sie von Beginn an einzubeziehen; mit ihnen gemeinsam zu erarbeiten, was sie lernen möchten, warum und in welcher Weise.
  • Wir erschließen neue Lernorte, die den Menschen als alltägliche Orte vertraut sind oder zumindest möglichst geringe – milieuspezifische – Zugangshindernisse aufbauen. Dazu ist es sinnvoll, Kontakte mit Vertrauenspersonen oder Selbstorganisationen aufzubauen, die in den Milieus der Lernenden verankert sind.
  • Wir reflektieren unser Bildungshandeln, um soweit möglich zu verhindern, dass wir darin Bildungsungerechtigkeit reproduzieren. Dazu ist es hilfreich, wo immer möglich, Lernende mit ihren Perspektiven einzubeziehen und ernst zu nehmen.